Mittwoch, 14. März 2018, 20 Uhr

Afghanistan – Bildung ist gefährlich!

Gespräch mit Andrea Müller

Die in Hünenberg aufgewachsene Andrea Müller hat Islamwissenschaften studiert. Von Januar 2015 bis November 2016 war sie in Afghanistan in einem Projekt zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen-und Lehrerbildung tätig. Wir kommen mit ihr ins Gespräch über ihre Motivation und ihre Erlebnisse, ihre Begegnungen mit den Menschen und ihren Umgang mit Kultur(en) und Lebensumständen. Musikalische Umrahmung durch Kamran Mohammadi aus dem Iran auf seiner Oud.

Kommen Sie beim anschliessenden Apéro miteinander und mit unserem Gast ins Gespräch! Eintritt frei, Kollekte

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Bericht von Susanne Klaas:

Afghanistan: Bildung ist gefährlich!

CityKircheZug «Afghanistan – Bildung ist gefährlich». Hinter diesem Titel steht ein weiterer Abendanlass der CityKircheZug, welcher am Mittwoch, 14. März in der Reformierten Kirche Zug ein grosses Publikum findet.

Andrea Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen (IZB) an der Pädagogischen Hochschule Zug und Roman Ambühl, Pastoralassistent in der Pfarrei St. Johannes in Zug, sind im Gespräch. Die in Hünenberg aufgewachsene Andrea Müller hat nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin Islam- und Politikwissenschaft studiert. Von 2014 bis 2016 ist sie im Rahmen eines Projektes zur Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Afghanistan tätig. Die Antworten der sympathischen Andrea Müller auf die Fragen zu ihrem Berufsalltag und den Lebensbedingungen in Afghanistan sind sehr eindrücklich. Ihre persönliche Bewegungsfreiheit ist durch verschiedene Sicherheitsmassnahmen massiv eingeschränkt. Ein spontaner Restaurantbesuch oder das Tätigen von Einkäufen ist zum Bespiel auch in Afghanistans Hauptstadt Kabul nicht möglich. Unter diesen Bedingungen gilt es, die Sensibilisierung für die Thematik der Primarlehrerinnen- und Lehrerausbildung im Besonderen und verschiedene Themen rund um das Thema Schulbildung im Allgemeinen zu initiieren. Dies verlangt Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Berufskollegen vor Ort und die richtige Einschätzung dafür, was unter den gegebenen Umständen machbar ist. Seit 2001 wird das Bildungssystem in Afghanistan wieder aufgebaut. Dieser Aufbau und die Koordination sind für den Staat nach wie vor eine grosse Herausforderung.

Eine Stirnlampe war in der Zeit in Afghanistan ein unentbehrliches Requisit, um die Zeit des abendlichen Stromausfalls von 18.00 – 22.00 Uhr sinnvoll zu überbrücken. Bleibend ist für Andrea Müller die Einsicht, dass die Umstände und Bedingungen in anderen Ländern immer wieder vom Gewohnten abweichen können und dass es verschiedene Realitäten gibt, in denen Bildung stattfinden kann und muss. Diese Erfahrung möchte sie sicher nicht missen und gibt sie gerne mit Begeisterung an das Publikum weiter.

Einen grossen Applaus bekommt auch Kamran Mohammadi aus Iran, der den Anlass mit wunderschöner Musik auf seiner Oud umrahmt.